Ein zweiter Boom in der Solarbranche prognostiziert

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In drei Jahren könnte Solarstrom in nahezu allen Ländern Netzparität erreichen. Die erzeugte Sonnenenergie kostet dann genauso viel oder weniger als die Energie aus der öffentlichen Energieversorgung.

Der Generaldirektor für umweltfreundliche Technologien der Deutschen Bank, Vishal Shah, prognostiziert für 2017 Netzparität für Photovoltaik in weltweit 80 Prozent der Länder. Der Rechnung zugrunde liegt die Annahme, dass die Strompreise um drei Prozent pro Jahr steigen. Der Experte erwartet eine besonders hohe Nachfrage von Photovoltaik in China. Zum Jahresende könnte es dort sogar zur Knappheit von Solarmodulen kommen. Davon werden Unternehmensaktien, deren Fokus auf den chinesischen Solarenergiemarkt liegen, finanziell profitieren. Begünstigt wird diese Entwicklung durch den schwachen Ölpreis. Dieser macht den Einstieg in den Solarmarkt attraktiver, vor allem weil für 2015 eine stabile Preisentwicklung vorhergesagt wird.

In Chile ist Solarenergie bereits wettbewerbsfähig

Laute der PV Grid Parity Monitor (GPM) Studie der Copper Allianze und des Beratungsunternehmens ECLAREON ist die Netzparität in Chile bereits erreicht. In Marokko, Italien und Mexiko ist die Photovoltaik ebenfalls bald wettbewerbsfähig. Entscheidend für diese Entwicklung sind steigende Strompreise und stetig sinkende Preise im Bereich der Solarenergiegewinnung. Bei Kraftwerken ist der Preisrückgang stärker als bei privaten Solaranlagen. Generell sinken die Kosten für Photovoltaik-Anlagen schneller als erwartet. Davon profitieren nicht nur sonnenreiche Länder. In Großbritannien soll laut des britischen Solar-Handelsverbands STA der Solarstrom  zwischen 2025 und 2028 preiswerter werden als der Strom aus Gaskraftwerken.

Schlechte Zeiten für traditionelle Energieversorger

Das Erreichen der Netzparität wird die Technologieentwicklung voranbringen. Während die westliche Welt an effizienteren Solarzellen forscht, sucht man in Indien nach Möglichkeiten für eine günstigere Herstellung der Solarmodule. Auf die öffentliche Energieversorgung wird dies erhebliche Auswirkungen haben. Sobald Solarenergie mit dem Großhandelsmarkt konkurrenzfähig ist, werden die Kunden wechseln. Verstärkt wird dieser Effekt durch günstiger werdende Solaranlagen. Sollte die Prognose von Vishal Shah also stimmen, stehen den öffentlichen Energieversorgern und deren Arbeitnehmern schlechte Zeiten bevor. Dass Solarenergie das herkömmliche Netz ersetzt, ist aber nicht zu erwarten.

22.01.2015 08:45 |
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