Die Folgen des fallenden Ölpreises

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Der Ölpreiszerfall wirkt sich stark auf den Umweltschutz aus. Negative als auch positive Folgen sind zu erwarten.

Im Juli vergangenen Jahres kostete ein Fass US-Rohöl an der Rohstoffbörse New York Mercantile Exchange bis zu 104 Dollar. Mittlerweile ist der Ölpreis auf unter 50 Dollar je Fass gesunken. Damit sind Heizöl und Benzin so billig, wie seit Mai 2009 nicht mehr. Infolgedessen steigt wieder die Nachfrage nach Geländewagen. Das Interesse an Autos mit geringen CO2-Emissionen war in Deutschland 2014 gegenüber den Vorjahren deutlich geringer. Dies ergab die aktuellen Studie AutomotiveINNOVATIONS 2014 des Center of Automotive Management (CAM). Demnach ist die CO2-Emissionen 2014 nur um 2,6 Prozent gesunken. Im Vorjahr betrug die Reduktion noch 3,8 Prozent.

Abgaben um die Moral zu stärken

Damit die Akzeptanz von alternativen Energien nicht weiterhin vermindert wird, spricht sich Ernst Ulrich von Weizsäcker, der Umweltforscher und Co-Präsident des "Club of Rome", derzeit für höhere Abgaben auf den Rohstoff aus. Damit soll der Anreiz zum Klimaschutz auf­recht­er­hal­ten werden. Die Abgaben sollen aber aufkommensneutral sein. Andere Abgaben werden entsprechend gesengt. Der Aufsichtsratschef von Bosch, Franz Fehrenbach, warnt ebenfalls vor den negativen Folgen des fallenden Ölpreises für die Umwelt. Die Entwicklung regenerativer Energien würde gedämmt werden, was die Entwicklung von Elektroautos ebenso verzögere.

Das Interesse an der Ölförderung sinkt

Der sinkende Ölpreis hat aber auch zur Folge, dass der teure und umweltbelastende Abbau von Ölsand zurückgeht. 70 – 80 Dollar müsste ein Fass kosten, damit die Förderung profitabel ist. In Kanada stoppten zwei Großkonzerne den Abbau von Ölsand. Der norwegische Energiekonzern Statoil kündigte an, alle Ölsandprojekt in dem Gebiet fallen zu lassen. Die Preisschwankungen des Rohstoffes machen Investitionen in erneuerbare Energien attraktiver. Für Solar- und Windenergie gibt es keine limitierte Zeit zum Abbau und kein Risiko in der Energiegewinnung. Dies macht die Preise berechenbarer. Devashree Saha, Energieanalystin der Brookings Institution, prognostiziert zudem, dass die Kosten für Solarenergie in den nächsten fünf Jahren um weitere 80 Prozent sinken werden. Langfrist ist der Wandel zu erneuerbaren Energien daher nicht gefährdet.

28.01.2015 07:45 |
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